
Lebenskunst
10. Februar 2008 · Kommentar schreiben
Wenn du mich fragst ‘Warum’, antworte ich dir, ich sei Lebenskünstler.
Und die dürfen das.
Die Bauen ihre eigenen Brücken, die sie hinter sich gleich wieder abreißen lassen.
Und wenn sie sich schon ihre Notizen in den Himmel malen,
dann machen sie das auch sicher wieder sauber.
Gefühle? Da und da. Da auch ein bisschen.
Vielleicht sogar mehr als reinpassen.
Aber immer drauf. Immer drauf
Auf die Kleinen, auf die Unbedeutenden.
Fünf Maschinengewehre für drei Ameisen.
Und wenn es dann darauf ankommt,
hast du eh nur dich selbst.
Und deine Brücke -
und deine Notizen am Himmel.
Aber keinen den das kümmert.
Schwere Geburt. Kreischt, tritt und haut um sich.
Wird in fünf Jahren mal ein hübsches Kindergesicht in einem
himmelblauen Rahmen sein mit zwei unsichtbaren
Teufelshörnern und Feuer in den Augen.
Die Illusion wird sich vor dem Paradoxon erschrecken,
wenn das Triviale mit dem Zynischen den Bund der Ehe eingeht.
Liberale Mitte zwischen Unrecht und Vernunft
verziert mit Konvergenzen und diversen Sorten von Hoffnung.
Aber ich, ich Lebenskünstler,
ich kann Bäume ausreißen und sie hinterher wieder aufrichten
und mir ein Schloss auf dem Meeresgrund errichten,
ich komme dann alle drei Monate mal hoch. Zum Atmen.
In der Zwischenzeit erlerne ich die Sprache der Menschheit
und die der Polarbären, um mich auch im ewigen Eis
nach dem Weg zu erkundigen, wenn es sein muss.
Ich kann mein Herz aufplustern, zu einem Ballon
der mich zu dir schweben lässt.
Du holst deine Stecknadel raus und stichst hinein.
Der Ballon platzt und bevor ich durch die Luft schleudere pack ich deinen Arm
und wir beide irren über zinnoberrote und braune Dächer der verrußten Großstadt.
Flug ‘Leeres Herz’ ist sicher gelandet. Steig aus, ich muss weiter.
Ich will die Welt umrunden, mit einem Segelflugzeug,
in zirka dreißig Metern Höhe, so dass ich dann noch ab und an
die Kirchtürme einiger Dörfer im Vorbeiflug streicheln kann.
Kategorien: Dichter eigentlich